06. Holterhöfe


Wenn man in Anrath von der „Holterhöfe“ spricht, ist eine Hofzeile von
heute 10 Höfen gemeint, deren Verbindungsweg diesen Namen trägt.
An diesem liegen auch die drei Holterhöfe die einst Eigentum von Bauern des Namen Holter waren.

Alle Höfe lagen an einem meist nur mit „Graben“ oder „Bach“ bezeichneten Wasserlauf der Holterhöferflöth (laut Niersverband „Votzhöfergraben“). Flöth ist am Niederrhein die Bezeichnung für kleinere Abzugs- und Entwässerungsbäche. Der nahe Fischeln, an den Hoxhöfen begann und in der Nähe des Bomshof (Bäumkes Baum Forstwald) in die Landwehr floss bzw. diese ersetzte. Bei Vorst mündete er in den nordwärts fließenden Schleckbach, der seinerseits bei Oedt in die Niers einmündet. Heute ist er versiegt.

Die ganze Holterhöfe war bis zum 31. Dezember 1969 ein Ortsteil der früheren Gemeinde Willich. Kinder aus dem westlichen Teil der Holterhöfe benötigten in den 1960er Jahren eine Sondergenehmigung um im nahegelegenen Anrath die damalige Volks- bzw. Grundschule besuchen zu dürfen. Telefonisch gehört ein Teil des Gebietes zu Anrath (Vorwahl: 02156). Am 1. Januar 1970 wurde die frühere Gemeinde Willich im Rahmen einer kommunalen Neugliederung zum namensgebenden Hauptort der neugegründeten Stadt Willich, in die auch die früheren Gemeinden Anrath, Schiefbahn und Neersen eingegliedert wurden. Gleichzeitig wurde jedoch der östliche Teil der Holterhöfe, insbesondere die Siedlung gleichen Namens, aus dem Alt-Willicher Gemeindegebiet ausgegliedert und Krefeld zugeschlagen. Wikipedia

Ein Teil der „Krapphauser Hohnschaft“ und ein Teil der „Großen Hohnschaft“ bilden die Anrather Holterhöfe. Bis zur Aachener Str. erfolgte die Postzustellung von Anrath aus. Die Kinder der Holterhöfe 1 bis 13 gingen in Anrath zur Schule und die von der Holterhöfe 15+16 mussten nach Willich.

Holterhöfe 1

Bild etwa 1980 mit offenem Graben.

Renneshof 1980 mit Graben

Renneshof Friedrich und Lenchen Schmitz- Heinz Schmitz- Maria und Martha Schmitz. Pächter Siemes

-Renneshof- Gehört 1388 dem Stift Maria ad Gardus Köln. Um 1565-77 zehntpflichtig an Abtei Gladbach. 1570, 50 Mo. Land: Godert Rennes (1570); Hein Rennes (1600, 1631); Thewis Rennes und Eva Eycker aus Osterath (1655); Henricus und Catharina Rennes (1683, 1691,+1721); Vitus Rennes und Griedtgen Dommers (1707); Petrus Rennes und Helena Strumps (1722); Johannes Matthias Rennes und Anna Margarethe Pascher aus Vorst (1781); danach Geschwister Rennes; 1825 Anna Katharina Rennes, verheiratet mit Friedrich Josef Schmitz von Gaspelshof in Willich (1827); Johann Matthias Schmitz (1857); Friedrich Schmitz (1904,+1930), verheiratet mit Helene Binger aus Benrad St. Tönis; seitdem Erbengemeinschaft der Witwe und Kinder; 1974 Pächter Josef Siemens. Heute Golfpark Renneshof.

Holterhöfe 2

Bild etwa 1979-80.

Hörmeshof Moertter

–Hormeshof- (auch Hörmans oder Hürmannshof, heute auch Moerterhof genannt.) Gehört 1388 dem Stift Maria ad Gardus Köln. Um 1565-77 zehntpflichtig an Abtei Gladbach. 1570, 50 Mo. Henrich Hormanß (1570); Peter Horemans (1600); Johann Hormanß (1631); Theiß Hörmanns und Bielgen Langenfelds (1656, 1660); Matthias und Elisabeth Hürmans (1663) ; Matthias und Agneta Hörmans (1665, 1672); Matthias und Petronella Hormans(1704, +1709); Henricus und Agatha Hormes (1732); Petrus Hormes (+1750) und Maria Maltsacks (1741, +1763); Jakob Moertter und Katharina Hörmes (1819);Heinrich Moertter und Maria Foehles (1880); Josef Moertter mit Elisabeth Schmitz von Klashof in Willich (1922); Karl Moertter und Änne Blum (1965). Jetzt ihr Sohn.

Holterhöfe 3 lag gegenüber Nr. 4

104 Bauernhof von Christine und Gerhard Wienen, um 1890 Baumeister gekauft von Moertter. Wienen bauten gegenüber das Haus Holterhöfe 4, nach ihrem Tod an Arno Neef

Reste des Wienenhofes. Diese standen bis etwa zur Jahrtausendwende noch im Feld. In Anrath “Hasenhäuser” genannt.

105 Holterhöfe Alter Wienenhof Scheunen gegenüber Neef abgerissen

Bauernhof von Christine und Gerhard Wienen, um 1890 noch Baumeister. Danach gekauft von Moertter.

Wienen bauten gegenüber die Nr. 4. Die Reste des Wienenhofes standen bis etwa zur Jahrtausendwende noch im Feld. Die Familie Wienen betrieb eine Schmiede auf der Holterhöfe. Zuletzt geführt von Arno Neef, jetzt zu Wohnungen umgebaut. Frau Anna Wienen, eine geb. Schmitz aus der Anrather Druckerfamilie Schmitz, hatte 10 Kinder. Nach dem Tode ihres Mannes 1850 im Alter von 52 Jahren nach einer Kurbehandlung, führte sie die Schmiede weiter. Schon jung mussten die Mädchen und Jungen am Amboss stehen.

0001b Fam. Wienen.jpg

01. Johann 02. Gerhard 03. Gustav 04. Jakob 05. Ewald 06. Agnes (Nisa) 07. Christine (Stina) 08. Hubertine (Huberting) 09. Anna 10. Matthilde (Tilla) 11. Katharina (Trina)

Holterhöfe 8

Bild etwa 1979.

Matheshof. Sehrbrock 1979
–Matheshof- (auch Maathes-Maltsack oder Matsackshof) Gehört 1388 dem Stift Maria ad Gardus Köln. Um 1565-77 zehntpflichtig an Abtei Gladbach. 1579, 55 Mo. Wilhelm Matsacks (1570); Jakob Maltsacks(1600); Dahm im Neuenhof in Viersen (1631); Theiß Maltsacks und Dreutgen Goerdtz (1647); Derich und Greidtgen Matsacks (1656); Theodor Villicus auf Mathishof (1658), Konrad Malsacks und Anna Holter (1697); Michael Maltsack (1741); Heinrich Kloten und Anna Katharina Grefrath (1770); Peter Jakob Kloten (1803-1882); und Maria Katharina aus Neersen; August Kloten (1848-1926) und Maria Theresia Knösels aus Willich; (Großeltern-mütterlicherseits von Heinrich Kloten, siehe Haus Nr. 9. Ihr Sohn Johannes Kloten (geb. 1895) übernahm 1921 den Hof und verkaufte ihn 1924 an die Eheleute Wilhelm Sehrbrock (+1950) aus Herne Börnig und Maria Schütt; 1961 Josef Sehrbrock und Maria Maas. Hier ist die Anrather Lehrerin Magda Sehrbrock zu Hause. Sie war auch lange für das Archiv des Bürgervereins Anrath zuständig.

Die Holterhöfe 9+10+11.

Die Holterhöfe 9-10-11

Holterhöfe 9

Bild etwa 1980.

Holterhöfe 9
–Klothenhof- (auch Kloetges, Cloetgen und Clooten) genannt.“ der andere Holterhof“ (Wahrscheinlich so genannt, weil im Erfassungsjahr 1660 ein Heinr. Holter Besitzer war.) Das dompröpstliche Kurmutsgut zahlt 6 Albus Fahrzins. Besitzer 1595 Peter Kloetgeß, 1638 Henrich Holter, 1682 Henrich Clooten, 1722 Heinrich Cloetgen, 1744 Peter Clötges, 1767 Maria Brocker, Witwe des Peter Clötges, für ihren Sohn Henrich. Vor 1838 Johann Hubert Klothen, (geb. 1799+1869 auf Holterhof), 1869 Heinrich Klothen (geb. 1840), 1918 Leo Klothen (geb.1878+1951) und Luise geb. Kloten (siehe unter Nr.8). 1963 Heinrich Kloten (geb.1920) und Hanneliese Terhardt. Seit 1992 verpachtet an Kellermann Nr.11.

Holterhöfe 10 und 11

Nr.10 und 11 – Die Holterhöfe- Heinrich und Theiß Holter. 2 Höfe (1660) mit 26 und 39 Morgen, auf denen gemeinsame Lasten ruhen: 1/2 Malter Rauchhafer in die erzbischöfliche Kellerei Kempen und 4 Fettmännchen dorthin, an den Domprobst 10 Albus cölnisch und 1 Huhn; der Willicher Kirche 6 Pfund Öl und 10 Albus, dem Küster 3 Viertel Roggen, 1 Bund Flachs – Besitzer um 1350 Conradus an den Holte (genannt: Verkenssack). 1424 Wolff an gen Holt¸ 1562 Peter an gen Holt, 1595 Johann Then Holt; 1600 sein Sohn Peter; 1656 Johann Vierlerß; 1658 Heinrich Holter; 1696 Peter Holter; 1731 Heinrich Holter; 1768 die Eheleute Cornelius Rohr und Maria Katharina Holter; 1779 Derich Holter.

Nr.10

Bild 1980.

Holterhöfe 10 Wolters 1979

-Holterhof- (ehemals Heinrich Holter) um 1863 Arnold Wolters; danach Johann Wolters; Johann-Arnold Wolters bzw. dessen Witwe (+1954); 1951 Hans Wolters (+1979) Frau Witwe Barbara Wolters, 1972 Pächter Bernd Kellermann von 40 Morgen. (Gesamtgröße 85 Morgen)

Nr.11

103 Holterhöfe 11 Sterkeshof Kellermann

–genannt Sterkenhof, oder Saassenhof- (ehemals Theiß Holter) 1825 Johann Conrad Sterken und Anna Katharina Hauser; (1863) Witwe Sterken, Erbin Tochter Eva Catharina Sterken (geb. 1819) verh. (1856) mit Conrad von Danwitz (auf Harterhof); 1906 Erbin Tochter Alwine von Danwitz (geb. 1858) verh. Mit Albert Saassen – Pächter deren Bruder Gustav von Danwitz-; 1923 Sohn Albert Saassen und Frau Maria geb. Bönninger – Witwe Maria Saassen; 1986 Erbengemeinschaft Otten (= 5 Kinder; Heinrich, Albert, Wolfgang, Fritz und Gisela, der von Maria Saassen als Tochter adoptierten Gisela Otten, geb. Saassen, die bereits 1957 verstarb). Pächter: von 1923-63 Jakob Keuthen, seit 1963 Bernd Kellermann und Christa Binger. Hof heute 180 Morgen und Pachtländereien von etwa 420 Morgen. Somit werden die drei ehemaligen Holterhöfe von einem Pächter bewirtschaftet.

Nr.12

Bild von 1979.

Könserhof 1979 Holterhöfe 12

– Könserhof- (ehemals Groß – und Klein-Könser – auch Coonhauserhof). 1660, 41 Morgen. Gibt an Borgerhof von 3 Morgen ausgeschossenen Zehnten, in die Kempener Kellerei 1 Malter Hafer; an den Domprobst 4 Albus Kölnisch, 2 Hühner und 1 ½ Albus Current (= laufender Währung); der Willicher Kirche 2 ½ Albus, dem Pastor 9 Heller, dem Küster 3 Viertel Roggen, 1 Bund Flachs – Besitzer: 1600 Jacob tho Conhausen und Margarete von Danwitz; 1643 Grietgen Coonhaußer; 1652 ihr Sohn Johann; 1687 die Armenverwaltung zu Vorst; Pächter Jacob Cannhäuser, 1695 Thönis Schmitz; 1745 Adam Conniser; 1791 Johannes Coenieser;  spätestens 1721 ist von diesem Hof Klein-Könser ab gesplittet worden. Besitzer: 1721 Thönies Connießer; 1745 Adam Connißer; 1791 Derich Konniser und Anna Gertrud geb. Personat. Ab wann wieder ein Hof, ist offensichtlich nicht bekannt. Peter Gottfried Kellers heiratet 1820 die Witwe Derich Konniser; 1847 Tochter Agnes Kellers (+1892) heiratet Peter Josef Gerretz – genannt Breymes – (+1862); 1883 Tochter Helene Charlotte Gerretz heiratet Johann Michiels; 1905 heiratet deren Tochter Agnes Michiels Dr. Josef Corsten. Von diesem Zeitpunkt ist die zweite Tochter Magdalene Michiels (verw. Rauen, verh. Sauerland) alleinige Eigentümerin (kinderlos); 1946, Pächter Karl Corsten (Sohn des Dr. Josef Corsten) und Ina Wolters, 1971 Karl Corsten durch Adoption seitens Magdalene geb. Michiels jetzt Eigentümer, nunmehr genannt: Karl Michiels-Corsten. Heute 108 Morgen. Pächter Willi Ricken.

Nr.13

IMG_0030.JPG

– Platenhof – (auch Coentgeshof). Steht möglicherweise im Besitzzusammenhang mit einem Hof Derichs Erb an der Frankenseite, dort heißt es: „Derichs (Peters) Erb, auch Platen oder Coentges genannt. 1660, 15 ½ Morgen; an dem Domprobst 2 Fettmännchen weniger 3 Heller Fahrzins und ein Malter Roggen. 1 Fass Hafer Zehnten; der Willicher Kirche 3 Fettmännchen, 2 Pfund Öl. Besitzer: 1588 Thöniß Schumächers oder Paulus Vierle, 1621 Peter ther Dohr, 1662 sein Sohn Peter, 1682 Paulus Dierichs, 1718 Theodor Dierichs, 1784 Heinrich Derichs.“
Vor 1926 Pächter Wefers, 1926 Willi Ricken Eigentümer; 1927/28 Gebr. Franz und Heinrich Ricken; 1964 Willi Ricken. Heute 80 Morgen und 140 Morgen Pachtland.

Nr.15

IMG_0032.JPG

IMG_0033.JPG

– Langenfeldhof – Bereits 1330 Mannlehen der Vögte von Neersen, übertragen vom Abt zu Gladbach. Besitzer um 1350 Jacobus Barbitonsor (deutsch: Bartscherer)
Freies Plattengut um 1575, 90 Morgen Land, 6 Morgen Busch. 1512 Theiß, 1544 Aret Langels; um 1575 Jakob; 1590 Theiß Langenfels. 1644-1652 Jakob Langenfeldt; 1660. 74 Morgen 3 Viertel, soll vor 1837 von Wilhelm Albrecht aus Büderich bei Wesel von Langenfeld gekauft worden sein. 1830, 1846 und 1852 wird aber noch ein Jacob Langels als Gemeinderatsmitglied genannt und 1883 spendet Witwe Gertrud Langels auf Langefeldshof Geld für die Armen der Pfarre. Um 1863 Witwe Albrecht; Gustav Albrecht und Henriette Hausmann; Gustav Albrecht (+1891) und Frau Elise Schmitten; sie führt den Hof durch Verwalter; Litchen; 1918 Schmitz und etwa 1930 Ferdinand Poßberg, dieser ab 1932-65 Pächter, 1935 Sohn Gustav Albrecht und Frau Anna Wolfen, letztere ab 1951 Eigentümerin; ab 1970 deren Tochter Leni Borgmann geb. Albrecht; Pächter nur des Hauses – Felder werden verkauft – 1965-82 Willi Poßberg; ab 1982 Eigentümer Willi Poßberg.

Nr.16

IMG_0036.JPG

IMG_0037.JPG

–Sturms und Spuertz (auch Storms). 1660 an den Domprobst 11/2 Malter Roggen, 11/2 Malter Hafer, an Mertes Hof 1 Malter Hafer, 1 Malter Roggen, Zehnten; in die Kellnerei Kempen ½ Malter Hafer, 1 Huhn; von 5 Morgen ausgeschossenen Zehnten an Borgerhof. Besitzer: 1496 geben Storms und Spurtz jeder von seinem Gut zusammen 6 Sümmer Roggen und 2 Malter Korn von 28 Morgen vor Mertens Hof, die dem Herrn von Walckenborgh gehören. 1570 Jakob, 1595 Drieß, 1597 Peter Stormbs; 1637 Johannes Sturmbs; 1654 Johann Haußmanß; 1700 der Halbmann (= Pächter) Linx; 1725 Christian Sitter für die Erben Stormß; 1770 Johann Henrich Hütten, Sohn der Neusser Bürgermeisterwitwe Hütten geb. Creutzer; 1786 Johannes Neuer vom Erbvogt Hütten zu Neuss, 1793 Johann Peter Hox; Josef Kluth; um 1846 Ludwig Kluth; 1945 Johann Kluth; 1966 Hans-Josef Kluth. Heute 130 Morgen und 70 Morgen Pachtland.

Advertisements